Was bedeutet Weiterbildung und was umfasst sie?

Vor dem Hintergrund der Globalisierung und des beschleunigten technologischen Fortschritts ist die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen immer mehr auf den Kompetenzen ihrer Beschäftigten aufgebaut. Die stetige Professionalisierung, der Erwerb und die Auffrischung beruflicher Kompetenzen entwickeln sich für die Unternehmen zu einer lebenswichtigen Frage. Die wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Veränderungen machen für den einzelnen Mensch und die Gesellschaft das Lebenslange Lernen immer wichtiger. Weiterbildung und Lebenslanges Lernen versetzen Menschen in die Lage, eigenverantwortlich an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Prozessen und deren Veränderungen kontinuierlich und aktiv teilzuhaben.


Weiterbildung dient der Verwirklichung des Rechts auf Bildung. Sie soll durch bedarfsgerechte Bildungsangebote zur Chancengerechtigkeit (…) beitragen, Bildungsdefizite abbauen, die Vertiefung, Ergänzung und Erweiterung vorhandener oder den Erwerb neuer Kenntnisse, Fähigkeiten und Qualifikationen ermöglichen und zu eigenverantwortlichem und selbstbestimmtem Handeln im privaten und öffentlichen Leben sowie zur Mitwirkung und Mitverantwortung im beruflichen und öffentlichen Leben befähigen. 
(§ 2 Weiterbildungsgesetz Rheinland-Pfalz)


Die Weiterbildung gliedert sich in drei Teilbereiche auf:

  • die berufliche Weiterbildung
  • die allgemeine und politische Weiterbildung und
  • die wissenschaftliche Weiterbildung


Die allgemeine und politische Weiterbildung umfasst Bildungsangebote, die nicht primär der beruflichen Weiterbildung dienen. 
Im Bereich der beruflichen Weiterbildung wird zwischen der Anpassungsfortbildung, der Aufstiegsfortbildung und der Umschulung unterschieden. Mit Hilfe der Anpassungsfortbildung sollen Zusatzqualifikationen erworben werden, die es gestatten, den bisherigen Beruf weiter auszuüben. Die Aufstiegsfortbildung soll den/die Arbeitnehmer/in in die Lage versetzen, ausgehend vom erlernten Beruf eine höhere Position zu übernehmen (z.B. Meister/in). Von einer Umschulung ist die Rede, wenn der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann und eine andere berufliche Qualifikation angestrebt wird. 
Die wissenschaftliche Weiterbildung bezieht sich auf die Weiterbildung an Hochschulen.


Vor allem die berufliche Weiterbildung soll dazu beitragen, die technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen zu bewältigen. Der kontinuierliche Wandel zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft wird zu steigenden Qualifikationsanforderungen führen. Dazu kommt, dass aufgrund der demographischen Entwicklung mittelfristig mehr ältere Personen aus dem Erwerbsleben ausscheiden, als jüngere Personen nachrücken. Der Bedarf an Fachkräften wird in den kommenden Jahren zunehmen, während die Beschäftigungsmöglichkeiten für Ungelernte deutlich zurückgehen werden. Zukünftig droht in bestimmten Wirtschaftsbereichen ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.
Daraus ergibt sich ein steigender Informationsbedarf über das Weiterbildungsgeschehen in Europa für die Anbieter und Nutzer von Weiterbildung aber auch für den Staat und seine Organe um die Voraussetzungen und Umstände für Weiterbildung zu gestalten.